Wie motiviere ich meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen?

Wie motiviere ich meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen?

Oder: Warum Nachhaltigkeit kein Buzzword sein sollte

„Ach, meine Mitarbeiter denken nie mit!“ oder „Wieso kommt Frau Müller jeden Tag zu spät?“ genauso wie „Ich biete ein so schönes Fortbildungsprogramm an, aber es meldet sich niemand dafür an.“ So oder so ähnlich höre ich es immer wieder von meinen Kundinnen und Kunden. Sie haben das Gefühl, dass ihr Team im Unternehmen nur Zeit absitzt, aber nicht motiviert bei der Sache ist. Natürlich fällt es da leicht, den Mitarbeitenden die Schuld in die Schuhe zu schieben. Doch wer ein Team wirklich gut führen will, der muss bei sich selbst anfangen.

Denn die Einstellung und Arbeitsmoral der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hängt sehr oft mit ihrer (Un-)zufriedenheit im Unternehmen zusammen. Studien besagen, dass in Deutschland 14 Prozent aller Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer innerlich bereits gekündigt haben, obwohl sie jeden Tag an ihren Arbeitsplatz kommen. Dass genau diese Menschen sich nicht voller Leidenschaft und Tatendrang für die Interessen des Unternehmens einsetzen, ist da wohl nicht überraschend. Aber was sollte man als Vorgesetzter da tun?

1. Reden Sie drüber

Nun, was tun Sie, wenn Sie merken, dass es einem Freund nicht gut geht? 
Wahrscheinlich fragen Sie ihn, was los ist, und reden mit ihm über seine Probleme. Leider sehe ich immer wieder, dass es an dieser zwischenmenschlichen Kommunikation in Unternehmen fehlt oder sie falsch angegangen wird. Warten Sie nicht das institutionalisierte, förmliche Jahresgespräch ab, sondern sprechen Sie regelmäßig und informell mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.  Stellen Sie Fragen: „Was genau machen Sie Ihrer Meinung nach im Unternehmen? Wie tragen Sie zum Unternehmen bei? Wieso sind sie wichtig?“

2. Machen Sie sich Gedanken über Ihre Gesprächsführung

Gerade in hierarchischen Unternehmen wird die Frage: „Arbeiten Sie gerne hier?“, wenn Sie vom Chef oder von der Chefin kommt, wahrscheinlich nicht immer ehrlich beantwortet. Nehmen Sie sich also Zeit und sprechen Sie vor allem auch über einen längeren Zeitraum die Themen, die Ihnen auf der Seele brennen, immer wieder an. Und sollte es zu einem Vorfall kommen (etwa, dass die oder der Mitarbeitende wiederholt zu spät kommt), dann nutzen Sie diesen, um das Thema direkt anzusprechen: „Sie kommen oft zu spät, woran liegt das? Sind für Sie andere Arbeitszeiten sinnvoller? Können wir diesbezüglich eine Regelung finden, mit der wir alle glücklich sind?“

3. Seien Sie transparent

Das Unternehmen steht vor Herausforderungen? Dann teilen Sie diese Ihrem Team mit! Viele Ihrer Mitarbeitenden werden viel spezifischer in den einzelnen Aufgabenbereichen denken als Sie es können. Vielleicht kommen Sie gemeinsam mit dem Team auf andere Lösungsansätze. Zudem hilft es den Mitarbeitenden zu verstehen, wieso eine Phase evtl. etwas stressiger verläuft als andere. 

4. Denken Sie nicht in Hierarchien und schenken Sie Vertrauen

Dies leitet sich direkt aus Punkt drei ab. Beziehen Sie das Team mit ein, lassen Sie es Teil des Unternehmens werden. Nur, wer informiert ist, wird auch ein Interesse daran haben, das Unternehmen voranzubringen. Nur dann nähert man sich dem Traum eines selbstgeführten Unternehmens. Schenken Sie Ihren Mitarbeitenden Vertrauen! Menschen brauchen das Gefühl, etwas zu bewirken.

5. Beobachten Sie Ihr Team

Wie arbeitet das Team zusammen? Gibt es Konflikte? Gibt es ein Gemeinschaftsgefühl, oder haben sich Untergruppen gebildet, die vielleicht sogar in Konkurrenz zueinander stehen? Als Führungskraft tendiert man häufig dazu, das Teams als Blackbox zu betrachten, was Gefahren mit sich bringt. Unbemerkte Konflikte im Team können ein wichtiger Grund für unmotivierte und unzufriedene Mitarbeitende sein. Holen Sie sich dafür ggf. jemanden Externes hinzu – ein Teambuilding-Nachmittag im Kletterpark reicht in den meisten Fällen nicht aus. 

Warum Nachhaltigkeit kein Buzzword sein sollte
Warum Nachhaltigkeit kein Buzzword sein sollte

6. Sorgen Sie für Sinn in der Arbeit

Studien zeigen, dass Menschen generationenübergreifend mehr Freiheitsgrade in der Arbeitswelt einfordern und sich mit den Werten der Unternehmen und dem Sinn Arbeit identifizieren wollen. Nun fällt es einer sozialen Organisation sicherlich leichter, den gesellschaftlichen Sinn ihrer Arbeit zu transportieren, als einem mittelständischen Zuliefererunternehmen. Trotzdem sollte sich jedes Unternehmen mit seinen Werten und seinem Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzen. Und meist lässt sich sehr viel mehr Engagement finden als auf den ersten Blick ersichtlich. Es fehlt nur zu oft an der Kommunikation. Auch CSR-Projekte, die in einem gewissen Verhältnis zum Alltag des Unternehmens stehen, können viel bewirken!

Der Prozess der Wertefindung und -implementierung lässt sich nicht von der Führungsebene alleine, sondern nur mit dem gesamten Team umsetzen. Oftmals lässt sich in puncto Nachhaltigkeit noch einiges optimieren, was sehr motivierend für alle Beteiligten sein kann. Zudem gibt dies eine gute Grundlage für die externe Kommunikation und das Employer Branding

Langfristig kann das helfen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden und zu binden, die die gleichen Werte, Ziele und Visionen mitbringen.

Also: Kommunikation und Sinn

Meine Erfahrung ist, dass sich Unzuverlässigkeit von Mitarbeitenden in den meisten Fällen auf eine Unzufriedenheit und Resignation zurückführen lässt. Oftmals zeigt sich ein Problem in der Kommunikation zwischen Führungsebene und Team, aber auch teamintern. Es gilt also, diese Kommunikationsprobleme zu lösen, die bestehenden Hierarchien zu lockern und den Mitarbeitenden Verantwortung zu geben.

Menschen, die Sinn in ihrer Arbeit sehen und merken, dass sie gesellschaftlich etwas bewirken, werden auch motivierter zur Arbeit gehen. Und erst dann lassen sich die vielversprechenden Methoden aus dem Bereich New Work wirklich anwenden (etwa flexible Arbeitszeiten, Home Office oder Selbstführung). Dies wiederum unterstützt die Motivation der Mitarbeitenden noch mehr!

Und was ist wichtiger, als intrinsisch motivierte, innovative Mitarbeitende?

Um über die Themen Unternehmensverantwortung, wertebasiertes Employer Branding und vor allem Mitarbeitermotivation nicht nur zu bloggen, sondern die Veränderung auch aktiv anzustoßen, habe ich Wertschatz Kommunikation gegründet. Ich helfe Unternehmen dabei, sich sozial und nachhaltig aufzustellen und einen wertschätzenden Umgang intern und extern aufzubauen.
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Selbstständig als Mutter

Selbstständig als Mutter

Nachdem ich nun schon viele Jahre immer mal wieder (neben dem Studium oder dem Job) kurz- oder längerfristig auch als freie Redakteurin und Moderatorin gearbeitet habe, ist nun endlich die Entscheidung gefallen: raus aus der Sicherheit, rein in die Selbstständigkeit. Als Mutter. Als Unter-30-Jährige. Als Sicherheitsfanatikerin.

Anfang letzten Jahres an einem Märzmorgen, 10 vor 8, kam der Moment, der mein Leben auf den Kopf stellen sollte. Ein eher zufällig gemachter Schwangerschaftstest stellte sich als positiv heraus (und die folgenden drei auch noch…). Heute bin ich Mutter eines einjährigen kleinen Jungen, der mein Leben bereichert. Und ich bin so froh, dass er einfach entschieden hat, zu uns zu stoßen – ohne, dass wir die Entscheidung hätten fällen müssen. Ich ging nach der Geburt in Elternzeit und zwar direkt ganze 12 Monate. Was mir gerne als unfeministisch vorgeworfen wird, hat bei mir einfach direkt Sinn gemacht. Ich sah das Jahr berufliche Auszeit als Chance, mir bewusst zu werden, was ich eigentlich will.

Seit einigen Jahren war ich nun in einer beruflichen Schiene, die zwar nett war, aber eigentlich nicht dem entsprach, von dem ich als Jugendliche und als Studentin träumte. Ich wähnte mich in einem goldenen Käfig: nette Kolleginnen und Kollegen, nette Projekte, nette Bezahlung… Aber irgendwie fehlte mir die Leidenschaft. Durch meine vorhergegangene Arbeit in verschiedenen Non-Profits, in Start Ups und ganz besonders auch bei academic experience Worldwide (als Gründerin), wusste ich, was leidenschaftliches Arbeiten bedeutet. Und genau danach sehnte ich mich.

Nun sollte dieses Jahr mir helfen, wieder zurück auf meinen Weg zu finden. Ich überlegte, in Teilzeit weiter zu machen. Ich überlegte, mit meinen Vorgesetzten nach Möglichkeiten zu suchen. Ich überlegte, meinen jugendlichen Leichtsinn einfach zu ignorieren. Doch all dies hatte keine Chance. Nachdem ich im August ein sehr nettes Gespräch mit einer selbstständigen Kommunikationsberaterin hatte, stand die Entscheidung fest: Ich würde kündigen und alles riskieren. Und das mit meinem kleinen Sohn.

Und genau so kam es. Nun bin ich offiziell ab dem 1.12. selbstständig mit Wertschatz Kommunikation unterwegs. Auf Basis von wertschätzender Kommunikation entwickle ich mit sozialen und ökologischen Institutionen und Unternehmen das passende Kommunikationskonzept. Ich verbinde dabei Storytelling mit Fundraising, klassischer PR und Employer Branding. Und all dies auf einer wertschätzenden Basis.

Seit Jahren beschäftige ich mich damit, dass im Marketing und im Fundraising leider gerade auch bei sozialen und ökologischen Institutionen Machthierarchien und Vorurteile verschärft werden. Dazu habe ich geforscht und auch aktiv versucht, dagegen an zu arbeiten. Etwa bei aeWorldwide, welches den Fokus darauf hat, das Bild des „Flüchtlings“ in den Medien zu beeinflussen.  Oftmals heißt es, dass die Darstellung von Stereotypen dem Fundraising zu Gute kommen würde. Doch das muss nicht so sein! Eine Organisation und auch ein Unternehmen wird viel glaubwürdiger, wenn es konsequent Werte vertritt, auf die man sich verlassen kann. Und dann spenden die Menschen auch nachhaltig und langfristig und suchen sich das Unternehmen als Arbeitgeber.

Ich habe eine große Leidenschaft für das Thema und bin sehr aufgeregt, dieses nun als meinen Job umzusetzen. Die ungläubigen Blicke, die mir immer wieder entgegen kommen („Was? Du gründest? Obwohl Du einen kleinen Sohn hast? Du hast doch jetzt Verantwortung!“), gehen natürlich nicht spurlos an mir vorbei. Doch ich finde es wichtig, sich als Frau und Mutter nicht verunsichern zu lassen. Denn ich glaube ganz fest daran, dass sich die Selbstständigkeit super mit meiner Rolle als Mutter vereinbaren lässt. Und ich werde die Schranken, die sich vor mir schließen werden, einfach so lange bearbeiten, bis sie sich wieder öffnen.