Ehrenamt und Engagement: Machtgefälle oder beidseitiges Helfen?

Ehrenamt und Engagement: Machtgefälle oder beidseitiges Helfen?

Im Februar hat mich der Deutschlandfunk porträtiert und mir einige Fragen zu meiner Arbeit gestellt. Der von mir gegründete Verein academic experience Worldwide e.V. stand dabei im Mittelpunkt und somit auch die Themen Flucht und Asyl. Jedoch ziehen sich die angesprochenen Punkte durch alle Arbeitsbereiche wie ein roter Faden: durch meine Projekte an der Universität Frankfurt als auch durch solche, die ich freiberuflich ausführe sowie durch mein Ehrenamt und Engagement.

Ehrenamt und Engagement: Machtgefälle oder beidseitiges Helfen? - Merle Becker

Ehrenamt und Engagement: Machtgefälle oder beidseitiges Helfen? – Merle Becker

Ich glaube, dass Machtverhältnisse oftmals durch gut gemeine Hilfe verstärkt werden. Dies ist darauf zurück zu führen, dass viele Menschen soziale Ungleichheiten als gegeben hinnehmen und sich nicht die Frage stellen, wie es dazu kommen konnte. Sie sehen, dass die Ungleichheiten falsch sind und möchten helfen, bekämpfen aber dabei nur Symptome, statt das Problem bei der Wurzel zu packen. Auch im Bereich Service Learning wird das leider oft deutlich (aber zu dem kritischen Blick auf Service Learning habe ich ja bereits einen Beitrag geschrieben).

Ist Ehrenamt also schlecht?

Ich möchte klar stellen: Es ist richtig und toll, wenn Menschen helfen. Es wird immer Menschen geben, die die Hilfe und das Engagement von anderen Menschen brauchen. Doch sollten wir uns bei jedem Schritt und jedem Engagement stets die Fragen stellen: Wieso helfe ich? Kann mir die Person eventuell auch helfen? Was kann ich von der Person lernen? Und wieso befindet sich die Person in der Situation, Hilfe zu brauchen? Wo liegt die Ursache des Problems und was können wir gemeinsam tun, um diese Ursache anzugehen?

Um nur einige Beispiele zu nennen: Diese Fragen lassen sich stellen, wenn ich mich in der Flüchtlingsarbeit engagiere, aber auch, wenn ich mich um Obdachlose kümmere, benachteiligte Kinder in Schulen unterstütze oder Projekte im Globalen Süden fördere.

Na? Fragt Ihr Euch schon selbst? Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir schreibt, was diese Fragen für Euch bedeuten!

Hier könnt Ihr Euch den Beitrag vom Deutschlandfunk nochmal anhören:

Das Journal Frankfurt wählt mich unter die Top 30 unter 30!

Das Journal Frankfurt wählt mich unter die Top 30 unter 30!

Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr: Das Journal Frankfurt stellt mich bei den Top 30 unter 30 in Frankfurt an erste Stelle! Natürlich stehe ich da nur stellvertretend für alle die vielen Menschen, die sich bei aeWorldwide engagieren. Danke Euch – Ihr seid ein tolles Team!!

Merle Becker wird von dem Journal Frankfurt unter die 30 bedeutensten Frankfurter unter 30 gewählt. Danke an Harald Schröder Fotografie!

Merle Becker wird von dem Journal Frankfurt unter die 30 bedeutensten Frankfurter unter 30 gewählt. Danke an Harald Schröder Fotografie!

Das Journal Frankfurt schreibt auf facebook:
„Unsere Ausgabe 3/2017 widmet sich etlichen jungen Menschen in unserer Stadt, von denen wir noch viel hören werden. Oben etwa sehen Sie Merle Becker, die an der Goethe-Universität ein Projekt aufgebaut hat, das geflüchtete Akademiker mit Menschen von hierzulande vernetzt. Damit gehört sie für uns zu den Top 30 unter 30 in Frankfurt!“