Und wieder war mein Kalender im September voll mit Buchungen. Ich sollte eine Vielzahl von Events moderieren – in Präsenz natürlich. Doch nun, Ende August, kommen die Änderungswünsche rein. Einige der Events wurden ganz abgesagt, andere notdürftig ins Digitale verschoben und wieder andere sollen nun mit viel Abstand und gänzlich ohne agile Methoden stattfinden. Corona machte den Veranstaltungsplaner:innen einen Strich durch die Rechnung. Das ist sehr schade, weil es so nicht hätte sein müssen. Veranstaltungen, die von vornherein digital oder hybrid geplant werden, sind nämlich oft die besseren Events.

Hier sind fünf Gründe, wieso das so ist:

1. Echte Teilhabe wird ermöglicht
Als Mutter von zwei kleinen Kindern kann ich leider viel zu oft an Präsenz-Veranstaltungen nicht teilnehmen. Ich schätze deshalb die Möglichkeit, digital hinzuzustoßen. Dabei spare ich mir jede Menge Babysitter:innen und kann entspannt abends von zu Hause aus mitmachen, wenn meine Kinder schlafen.
Aber auch Menschen, die mit körperlichen Einschränkungen leben, können sich digital viel leichter zuschalten. Auch finanziell ist es günstiger, sich über ZOOM, Teams oder Webex einzuloggen, als das Zugticket nach Berlin zu finanzieren.
Wer Online-Events plant und anbietet, ermöglicht es viel mehr Interessierten, dabei zu sein – und wird natürlich auch von viel mehr Menschen gehört.

2. Die Zielgruppe wird vergrößert
Wer sich auf den Weg zu einem Veranstaltungsort macht, der muss schon großes Interesse an dem Event haben. Wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob das Thema mich absolut reizt, dann nehme ich den Aufwand nicht auf mich. Anders ist das bei digitalen Angeboten: Hier schalte ich mich schnell mal dazu und gucke dann, ob die Veranstalter:innen meine Aufmerksamkeit halten können oder nicht. Digitale Events bieten also ein großes Potenzial, um neue Menschen zu erreichen und von sich zu überzeugen.
Auch Ländergrenzen sind nun kein Problem mehr. Ich habe im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen moderiert, bei denen sich Menschen aus den USA, der Türkei und sogar Gambia zugeschaltet haben. Ich wette, dass diese bei einem Event in Frankfurt oder Berlin nicht dabei gewesen wären.

3. Ressourcen werden geschont
Greenpeace hat eine Studie dazu veröffentlich, dass durch die Corona-Pandemie in den ersten Monaten tatsächlich weniger CO2 auf den Straßen ausgestoßen wurde. Und auch ich sehe in meinem Umfeld, dass immer weniger Menschen für jedes kleine Meeting mit Auto, Zug und Flugzeug durch die Gegend gefahren oder geflogen sind. Das schont Unmengen an Ressourcen! Wenn wir die Klimakrise angehen wollen, sollten wir uns über jede Reise doppelt Gedanken machen. Schön, wenn wir viele Menschen auch einfach digital erreichen können.

Auch finanzielle Ressourcen werden dadurch übrigens geschont: Sie sparen sich Räumlichkeiten, Reisekosten und Catering. Stattdessen sollten Sie in eine gute Moderation, die richtige Technik und ein passendes Care-Paket investieren – Sie werden trotzdem Gelder sparen.

4. Die pandemische Lage wird mitgedacht
Ich empfinde es als Risiko, eine Veranstaltung auf gut Glück rein analog zu planen. Es werden Gelder für Räumlichkeiten, Catering, Technik und Co ausgegeben. All das will geplant und finanziert werden. Und dann? Dann steigen plötzlich die Infektionszahlen wieder und Regelungen werden verschärft. Nun kann man natürlich auf Abstand und mit Maske auch Events durchführen, doch wird es hier sicherlich keinen gelungenen Austausch, ein entspanntes Kennenlernen und agile Methoden geben. Ich bin deshalb der Meinung: Planen Sie am besten gleich digital oder zu mindestens Hybrid. Dann gehen Sie auf Nummer sicher.

5. Methodische Vielfalt ist möglich
Wer jetzt denkt: „Oh nein, im Digitalen können wir uns nicht so gut austauschen und begegnen“, der täuscht sich gewaltig. Mit den richtigen Methoden und Tools sowie einer guten Moderation kann auch digital ganz menschlich und nah zusammengearbeitet werden. Ein paar Tipps finden Sie hier. Doch auch digitale Veranstaltungen benötigen die richtige Planung und zeitlichen Vorlauf.

Deshalb ist mein Tipp: Planen Sie gleich digital oder hybrid – Sie sorgen für niedrigschwellige Teilhabe, ermöglichen ortsunabhängige Mitmachoptionen und schonen Ressourcen!