Ja, wir alle hoffen, dass wir uns bald wieder begegnen können. Uns allen fehlt die Umarmung von lieben Freunden, das Gespräch im Team, bei dem man sich sehen und die Atmosphäre spüren kann. Auch mir. Und trotzdem möchte ich mir die Vorteile der digitalen Kommunikation auch „nach Corona“ beibehalten.

Remote als Teil der Mobilitätswende

Greenpeace hat es durchgerechnet: Mehr Home Office bedeutet mehr Umweltschutz. Ein zusätzlicher Home Office-Tag kann in Deutschland 1,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen und die Verkehrsleistung des Pendelverkehrs um 10,9 Milliarden Personenkilometer reduzieren.
Dabei geht es nicht nur um das klassische Home Office, sondern um all die kleinen Termine, für die wir mal eben in die Bahn oder ins Auto steigen. Dabei muss das doch oft gar nicht sein: Viele – gerade kürzere – Besprechungen lassen sich wunderbar digital abhalten.

 

Remote als echter Zeitsparer

Ich liebe meinen Job und ich liebe meine Kund*innen. Am liebsten hätte ich noch viel mehr Zeit und Energie, um allen Anfragen gerecht zu werden und alle spannenden Projekte zu begleiten. Gleichzeitig liebe ich aber auch meine freie Zeit und die Zeit mit meiner Familie. Die Corona-Pandemie zeigte mir, wie viel produktiver wir arbeiten können, wenn wir uns das ewiges Hin- und Hergefahre sparen. Wenn ich nun einen zweistündigen Workshop gebe, dann bin ich dafür nicht einen halben oder sogar einen ganzen Tag unterwegs. Ich bin ausgeruhter und konzentrierter und kann manchmal sogar am gleichen Tag noch einen Workshop geben.

 

Remote als Kollaborationsanschub 

Es gibt so viele wunderbare Tools, mit denen wir digital zusammenarbeiten können. Durch die „plötzliche Digitalisierung“ im Rahmen von Corona, mit der sich einige soziale Organisationen konfrontiert sahen, haben viele Menschen sie erst in den vergangenen Monaten kennengelernt. Und doch merke ich, wie gut das Zusammenspiel mittlerweile funktioniert. Ich schätze es sehr, dass wir nun nicht mehr in ewig langen Meetings sitzen und uns im Kreise drehen, sondern konstruktiv mit guten Programmen zusammenarbeiten. Wir treffen uns digital, besprechen ein Thema und arbeiten dann getrennt voneinander weiter. Diese Blended Work fördert die Zusammenarbeit und sorgt dafür, dass wir auch die Stimmen von stilleren Menschen hören, die sich in normalen Meetings oft weniger melden.

 

Remote als Teilhabemotor

Ich habe in den vergangenen 12 Monaten viele Veranstaltungen digital moderiert, die ich in ähnlicher Form und mit gleicher Zielgruppe bereits analog moderiert hatte. Der große Unterschied: Es nahmen viel mehr Menschen daran teil. Besonders erinnere ich mich an ein Event, bei dem sich Menschen aus den USA und der Türkei zuschalteten. Sie wären in Berlin niemals dabei gewesen. Und auch ich kann an Abendveranstaltungen teilnehmen, für die ich sonst eine*n Babysitter*in gebraucht hätte. Jetzt kann ich beruhigt im Home Office sitzen, meine Kinder schlafen im Raum nebenan und ich nehme an Veranstaltungen in Berlin teil. Genauso höre ich von Bekannten, die im Rollstuhl sitzen, wie sehr sie es genießen, endlich überall dabei sein zu können. Diese Teilhabe für alle möchte ich erhalten.

 

Remote First – und manchmal auch vor Ort

Und ja, trotzdem freue ich mich natürlich, wenn ich wieder unter Menschen sein kann. Ich freue mich auf Podiumsdiskussionen, auf Messemoderationen und auf Teamveranstaltungen. Aber ausgewählt und bewusst. Denn eines ist mir 2020/21 klar geworden: Die meisten Workshops und Meetings funktionieren gut oder sogar besser digital.